Hands-On-Kurs: Direkte Komposite in Front- und Seitenzähnen. Der Weg von einfachen Füllungen zu ästhetisch und funktionell perfekten Restitutionen
Intensivseminar mit praktischen Übungen und Live-Demonstrationen
(Se 41/ZA)

28.–29.9.2012
Freitag, 10:00–12:00 und 13:00–18:00
Samstag, 9:0013:00 und 14:0018:00

Lebenslauf Jürgen Manhart

1994 Approbation als Zahnarzt nach Studium der Zahnheilkunde an der Ludwig-Maximilians-Universität, München
19942000 Wissenschaftl. Assistent an der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie (Direktor: Prof. Dr. R. Hickel) der Ludwig-Maximilians-Universität 1997 Promotion zum Dr. med. dent. (summa cum laude)
Titel der Arbeit: "Marginale Adaptation von Klasse-II Kompositfüllungen in Abhängigkeit von Kavitätengröße, okklusaler Belastung und verschiedenen Dentinadhäsiven"
19971998 Forschungsaufenthalt in Houston, USA Adjunct Assistant
Professor in the Department of Basic Sciences, Biomaterials Research Center (Director: John M. Powers, Ph.D.), UT-Houston Dental Branch, Houston, USA
2001 Ernennung zum Oberarzt an der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie der Ludwig- Maximilians-Universität
2003 Habilitation und Lehrbefugnis für das Fachgebiet "Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde"
Titel der Arbeit: "Einfluss unterschiedlicher Parameter auf die Adhäsion kompositbasierter Restaurationsmaterialien an Zahnhartsubstanzen"

Forschungsschwerpunkte
• Mechanismen der Haftung von dentalen Restaurationen an der Zahnhartsubstanz
• Physikalische und mechanische Eigenschaften von Restaurationsmaterialien
• Adhäsive Zahnheilkunde
• Amalgamalternativen (Komposite und Derivate)
• Vollkeramische Restaurationen
• Klinische Studien zu Adhäsiven, Komposit- und Keramikrestaurationen
• Überlebenszeitanalyse konservierendzahnärztlicher Restaurationen

Mitgliedschaften
• International Association for Dental Research (IADR)
• Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK)
• Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ)
• Arbeitsgemeinschaft für Grundlagenforschung (AfG)
Mehr als 500 Publikationen, Abstracts und Vorträge auf nationaler und internationaler Ebene.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Frontzahnbereich spielt die perfekte Ästhetik eine entscheidende Rolle. Mit der direkten Restaurationstechnik und speziellen Kompositmaterialien können heutzutage auch höchste ästhetische Ansprüche befriedigt werden. Es lassen sich naturgetreue Ergebnisse erzielen, die in vielen Fällen mit der Ästhetik von Vollkeramik konkurrieren.
Neben der Schonung der Hart- und Weichgewebe im Vergleich zu indirekten Verfahren (Veneers, Kronen) kann die direkte Kompositrestauration in einem Termin ohne Abformung und Provisorium bei reduziertem Kostenaufwand erstellt werden. Um vorhersagbare und vor allem reproduzierbare Restaurationen mit einer hohen Natürlichkeit zu erreichen, die von der umgebenden Zahnsubstanz praktisch nicht mehr zu unterscheiden sind, ist eine profunde Kenntnis der technischen und ästhetischen Grundlagen ebenso erforderlich, wie ein Verständnis der korrekten Kompositschichttechnik mit verschiedenen Farben und Transluzenzen. Im Seitenzahnbereich werden Komposite mittlerweile routinemäßig und erfolgreich eingesetzt. Zur Erzielung funktioneller und hochästhetischer Resultate bei gleichzeitig langer Lebensdauer der Restaurationen sind hohe Anforderungen an den Füllungswerkstoff zu richten. Neben der korrekten Kavitätengeometrie spielt die sorgfältige adhäsive Vorbehandlung der Zahnhartsubstanzen eine große Rolle. Eine materialgerechte anatomische Schichtung und eine adäquate Matrizentechnik erlauben ein effektives Ausarbeiten der Restauration, vermeiden zeitintensives Schleifen bzw. langwierige Überschussentfernung und garantieren physiologisch konturierte Approximalkontakte. Dem Behandler sollten potentielle Fehlerquellen bekannt sein, um routinemäßig qualitativ hochwertige Restaurationen im täglichen Arbeitsablauf zu erzielen.
Der Kurs vermittelt praxistaugliche Konzepte für den Einsatz von Kompositen im Front- und Seitenzahnbereich. Durch zahlreiche klinische Step-by-Step-Falldokumentationen und Live-Demonstrationen werden die einzelnen Schritte der verschiedenen Behandlungsarten detailliert dargestellt, so dass eine Übernahme derartiger Therapiekonzepte in den eigenen Praxisalltag erleichtert wird und auch ästhetisch komplexe Fälle gemeistert werden können. Wichtige Kursinhalte sind ferner die Darstellung einer erfolgreichen Kommunikations- bzw. Verkaufsstrategie und die Umsetzung einer dem Aufwand entsprechenden Abrechnung.

Grundlagen und Planung
• Übersicht kompositbasierter Füllungsmaterialien (Hybridkomposite, Ormocere, Silorane, Kompomere)
• Indikationen / Kontraindikationen für direkte Komposite
• Grundlagen der Adhäsivtechnik und Fehlervermeidung
• Praxisnotwendige Details zur Lichtpolymerisation
• Dentale Ästhetik: Analyse und Grundregeln (Farbe, Transluzenz, Opaleszenz, Form, Stellung, Textur)
• Technik zur perfekten aber einfachen Farbauswahl

Frontzahnrestaurationen
• Komposite für hochästhetische Frontzahnrestaurationen
• Indikation und Planung ästhetischer
Behandlungsmaßnahmen (incl. Wax-up und Mock-up)
• Farbauswahl und Analyse der Oberflächentextur
• Präparationsanforderungen für Klasse III und IV (minimal-
invasives Vorgehen, Wellenschliff, Fehler)
• Einfache und perfekte Umrissform (Silikonschlüssel)
• Perfekte Approximalkontur (individuelle Matrizentechnik)
• Vorhersagbare Schichttechnik für naturgetreue Farbund Lichteffekte (Wechselwirkung unterschiedlich transluzenter und opaker Kompositmassen)
• Altersentsprechender Zahnaufbau (jung, erwachsen, alt)
• Individuelle Charakterisierungen mit Mal- und Effektfarben (z.B. Schmelzrisse, Fluoroseflecken, Halo)
• Schonende Ausarbeitung / Politur: Erhalt der Kontur und Anpassung der Oberflächentextur (Step-by-Step)
• Nötiges Instrumentarium zum Schichten und Ausarbeiten
• Meistern komplexer klinischer Herausforderungen: Farb-, Form-, Stellungskorrekturen, Diastemaschluss, direkte Kompositveneers, Beseitigung schwarzer interdentaler Dreiecke nach Papillenrückgang,
• Optische Tricks: Veränderung der Zahnbreite bzw. - länge
• Klinische Beispiele (Step-by-Step)

Seitenzahnrestaurationen
• Defektorientierte Präparation (rotierend oder oszillierend?)
• Kofferdamtechnik
• Unterfüllung: ja oder nein?
• Matrizensysteme und Tipps zum Approximalkontakt
• Instrumente zur effektiven Kompositmodellation
• Schichttechniken für einen guten Randschluss (CFaktor)
• Naturgetreue Modellation der okklusalen Anatomie
• Individuelle Charakterisierungen mit Mal- und Effektfarben (z.B. Fissurenverfärbungen, Fluoroseflecken)
• Ausarbeiten und Polieren leicht gemacht (ergonomische Systematik)
• Minimal-invasive Präparations- und Füllungstechniken
• "Fast-Track"-Komposite – was ist hiervon zu halten?
• Klinische Beispiele (Step-by-Step)

Grenzgebiete und ergänzende Techniken
• Indikationsabgrenzung zu indirekten Inlays / Onlays
• Kompositfüllungen bei stark zerstörten Zähnen
• Bleichen als Vorbehandlung verfärbter Zähne
• Reparaturfüllungen und Kronenrandreparaturen
• Reparatur der Verblendungen von Kronen und Brücken – welche Materialien brauche ich dazu?
• Klinische Beispiele (Step-by-Step)

Probleme, klinische Lebensdauer, Ausblick
• Fehlermöglichkeiten: Präparation, Handling, Politur
• Postoperative Sensibilitäten: Gründe für die Entstehung, mögliche Therapieansätze und effiziente Vermeidung
• Wie vermeide ich weiße Füllungsränder?
• Klinische Langzeitresultate
• Zukünftige Entwicklungen
Abrechnungstipps

Ausführliche Live-Demonstrationen (Videoübertragung auf Leinwand) des Referenten vermitteln wichtige Tipps und Tricks.
Praxis-Workshop: Die Teilnehmer werden während des 2. Kurstages hauptsächlich praktisch arbeiten und ausführlich Kompositversorgungen der Klassen II und IV (mit Charakterisierung) in polychromatischer Schichttechnik üben. Ein Diastemaschluss bzw. eine Zahnumformung wird vorgenommen. Funktionelle Matrizentechniken und die Arbeit mit der Silikonschlüsseltechnik werden ebenso geübt, wie die systematische Ausarbeitung / Politur und korrekte Gestaltung der Oberflächentextur der Restauration. Als Highlight wird ein kompletter Frontzahn aus Komposit aufgebaut und fertig gestellt. Die Teilnehmer erhalten rechtzeitig vorab vom Veranstalter eine Liste mit Instrumenten und Materialien die zum Kurs mitgebracht werden sollen.

ZFP-Fortbildung: 19 Punkte

Teilnehmerzahl: 30
Gebühr: 520,- €

Anmeldung per spitzhuetl@zafi.at
ZAFI - Zahnärztliche Fortbildung der Landeszahnärztekammer für Wien, 1060 Wien, Gumpendorferstrasse 83/4
Tel. 01 597-33-57-10 oder 12, Fax. 01 597-33-57-13